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GLOBAL 2 Min. Lesezeit

Das Trans-Tasman Electronic Invoicing Arrangement: Ein Modell für bilaterale E-Rechnungsstandards

Die E-Rechnung zwischen Australien und Neuseeland hat mit dem Trans-Tasman Electronic Invoicing Arrangement (TTEIA) einen einzigartigen Rahmen für die digitale Wirtschaft geschaffen. Dieses 2019 gegründete und im Dezember 2024 überarbeitete Abkommen ermöglicht einen interoperablen digitalen Markt zwischen beiden Ländern, gestützt auf das Peppol-Netzwerk und verwaltet durch den gemeinsam von Australien und Neuseeland gegründeten Australia and New Zealand Electronic Invoicing Board (ANZEIB).

Kontext

Das TTEIA ist ein seltenes Beispiel für zwei souveräne Nationen, die eine gemeinsame E-Rechnungsinfrastruktur unter einem einheitlichen technischen Standard gemeinsam verwalten. Diese Zusammenarbeit hat nicht nur die technische Interoperabilität zwischen Australien und Neuseeland verbessert, sondern auch internationale Standards wie Peppol International (PINT) vorangebracht.

Technische Standardisierung

Ein entscheidender Meilenstein war die Einführung von PINT A-NZ, das am 15. Mai 2025 den bisher verwendeten Peppol BIS 3.0 Standard ersetzte. Diese Änderung standardisiert Rechnungsdatenformate entlang der Trans-Tasman-Verbindung und bringt die Region in Einklang mit den internationalen Peppol-PINT-Initiativen.

Regulatorische Meilensteine

Beide Länder haben eine phasenweise B2G-Mandatierung verfolgt. Australische Bundesbehörden mussten Peppol-E-Rechnungen bis zum 1. Juli 2022 akzeptieren, während neuseeländische Zentralbehörden dies bereits bis zum 31. März 2022 erreicht hatten. Die nächsten regulatorischen Meilensteine stehen bevor: Australien strebt eine 30%ige E-Rechnungs-Adoptionsrate in Bundesbehörden bis zum 1. Juli 2026 an, während Neuseeland große Lieferanten ab dem 1. Januar 2027 verpflichten wird, E-Rechnungen an Regierungsbehörden zu senden.

Was sich ändert: Praktische Auswirkungen

Technische Anpassungen für Dienstleister

Alle Peppol-Dienstleister in der ANZ-Region mussten bis zum 15. Mai 2025 auf den PINT A-NZ Standard umsteigen. Dies erfordert Anpassungen in der Datenverarbeitung und -kommunikation, um die neuen Formate zu unterstützen.

Identifikationssysteme

Australien und Neuseeland nutzen unterschiedliche Geschäftsidentifikationssysteme innerhalb des Peppol-Netzwerks. Australien verwendet die Australian Business Number (ABN) mit dem Peppol-Schema-Identifikator 0151, während Neuseeland die New Zealand Business Number (NZBN) über den Schema-Identifikator 0088 (Global Location Number, GLN) nutzt. Diese duale Identifikationsarchitektur spiegelt die bilaterale Natur des Rahmens wider, anstatt eine vollständig vereinheitlichte Struktur anzustreben.

Regulatorische Verpflichtungen

Die Mandate für B2G-E-Rechnungen haben sich bereits ausgewirkt, da Bundesbehörden in Australien und neuseeländische Zentralbehörden bereits seit einigen Jahren Peppol-E-Rechnungen akzeptieren müssen. Die kommenden Fristen für eine höhere Adoptionsrate und die Verpflichtung großer Lieferanten werden den Druck auf Unternehmen erhöhen, ihre E-Rechnungsprozesse anzupassen.

Auswirkungen für Unternehmen

B2G-Compliance

Unternehmen, die mit australischen oder neuseeländischen Regierungsbehörden Geschäfte machen, müssen sicherstellen, dass ihre E-Rechnungsprozesse den aktuellen und zukünftigen Anforderungen entsprechen. Dies umfasst die Einhaltung der Peppol-PINT-Standards und die Nutzung der jeweiligen nationalen Geschäftsidentifikationssysteme.

Vorbereitung auf B2B-Mandate

Obwohl die B2B-E-Rechnung derzeit freiwillig ist, könnte sich dies ändern. Australien erwägt die Einführung eines Business E-invoicing Right (BER), der Unternehmen das Recht geben würde, von ihren Lieferanten E-Rechnungen zu verlangen. Dies könnte die private Sektoradoption beschleunigen und Unternehmen zwingen, ihre E-Rechnungsprozesse zu überprüfen und anzupassen.

Technische Anpassungen

Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre E-Rechnungssysteme mit den Peppol-PINT-Standards kompatibel sind. Dies umfasst die Umstellung auf die neuen Datenformate und die Integration der jeweiligen nationalen Geschäftsidentifikationssysteme.

Ausblick: Was zu beobachten ist

Regulatorische Entwicklungen

Die Einführung von PINT A-NZ und die bevorstehenden regulatorischen Meilensteine werden die E-Rechnungslandschaft in Australien und Neuseeland weiter prägen. Unternehmen sollten diese Entwicklungen genau verfolgen, um ihre Compliance sicherzustellen.

Internationale Interoperabilität

Die Ausrichtung des TTEIA auf internationale Standards wie Peppol PINT könnte die Interoperabilität mit anderen globalen E-Rechnungssystemen verbessern. Unternehmen, die im internationalen Handel tätig sind, könnten von dieser erhöhten Interoperabilität profitieren.

Potenzielle BER-Einführung

Die mögliche Einführung eines Business E-invoicing Right (BER) in Australien könnte die private Sektoradoption der E-Rechnung erheblich beschleunigen. Unternehmen sollten diese Entwicklung genau verfolgen, um sich auf mögliche Veränderungen vorzubereiten.

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